Ixion: Talisman
| Band |
Ixion |
|
| Album |
Talisman |
| Stil |
Neoprog |
| Label |
Eigenproduktion
/ Just For Kicks |
| Spieldauer |
68:08 |
| Erscheinungsjahr |
2006 |
| Website |
Weblink |
| Bass |
Jankees Braam |
| Drums |
Emile Boellaard, Peter Boer |
| Guitars |
Jankees Braam |
| Vocals |
Michael Hos, Esther Ladiges, Maaike Breijman,
Gerton Leijdekker |
| Keys |
Martijn Bos, Jankees Braam |
| Sonstige |
Linde Faber (cello), Gerben Klazinga (hammond
organ) |
| The Crimson Puppeter |
| Legend |
| Dawn |
| The Raven and the Stone |
| Redemption (instrumental) |
| The Abyss |
| Non Nobis |
| Sea of Cortez |
| Prelue (instrumental) |
| Catherine |
| Talisman revisited |
Die Anzahl der Konzeptalben
scheint mir im Vergleich zu anderen Musikrichtungen beim
progressive Rock doch überproportional vertreten zu sein.
Jankees Braam, Mastermind von IXION, scheint ein ausgesprochenes
Faible für dieses Genre zu besitzen. Nachdem sich sein
Debütalbum CyroGenesis ausführlich über die
Probleme einer todkranken Frau, die nach 500 Jahren aus einem
Kälteschlaf aufwacht und fortan mit psychischen Problemen zu
kämpfen hat, ausgelassen hat, widmet sich Braam auf seinem neuen
Album einem bösen, bösen magischen Talisman, der die Geschicke
so bedeutender Persönlichkeiten der Weltgeschichte wie
beispielsweise Judas, König Arthur oder Katherina der Großen
negativ beeinflusst (haben soll). Wer weiß, vielleicht hätte
Judas ohne diesen Talisman den armen Jesus gar nicht verraten und
uns wäre Papst Benedikt und noch viel schlimmere Dinge erspart
geblieben. Dabei schaut das Abbild des Talismans auf dem CD-Cover
schon derart geschmacklos finster aus, dass man sich nicht
vorstellen kann, ein Mensch mit etwas Verstand würde sich so ein
Monstrum um den Hals hängen.
IXION ist weniger als eine Band im eigentlichen Sinne zu
betrachten sondern vielmehr ein Projekt des Holländers Jankees
Braam, der einige befreundete Musiker von Bands wie KNIGHT AREA,
ULYSSES, UNICORN oder S.O.T.E. hinzugezogen hat. Jankees Braam,
der sich für das komplette Songwriting, Kompositionen sowie die
Produktion verantwortlich zeichnet, war früher jahrelang Bassist
bei SANGAMO, einer holländischen Prog-Formation, die über einen
Insiderstatuts nie hinausgelangen konnte.
Ähnlich melodramatisch wie bei Geschichte geht es auch
musikalisch zur Sache. IXION bewegt sich dabei im Fahrwasser des
typisch holländischen Neoprogs der 90er Jahre aufgepeppt mit
einer frischen Prise AYREON und Einflüssen britischer Bands wie
SHADOWLAND (Clive Nolan). Die Kompositionen sind nicht sonderlich
spektakulär, man hat alles schon mehrfach (und nicht unbedingt
schlechter) gehört. Dabei gibt es auch durchaus überraschende
Momente zu entdecken, wenn sich beispielsweise bei Sea of
Cortez klassisches Cello und Konzertgitarre
Duelle mit dem modernen Keyboard liefern. Die
melodischen Gitarrensoli wissen ebenso zu überzeugen wie die
transparente, druckvolle Produktion. Gesanglich geht
Talisman auch in Ordnung. Etwa die Hälfte der Songs
werden von starkem Frauengesang ähnlich wie bei MAGENTA
getragen, der männliche Gesang erinnert an eine Mischung aus
Fish und Peter Nicholls von IQ.
FAZIT: Talisman ist ein Konzeptalbum, das sich
inhaltlich auf dem intellektuellen Niveau eines Groschenromans
bewegt, und musikalisch etwas altbacken wirkenden holländischen
Neoprog präsentiert. Ein eher mäßiger Output, der sicherlich
in der Vielzahl der Veröffentlichungen untergehen wird. [Review Diskutieren]
Martin Dambeck (Info)