Talisman |
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Informationen
Allgemeine Angaben
Besetzung
| Michael Hos |
Gesang (Titel 2, 6, 7 & 11),
Backgroundgesang |
| Gerton Leijdekker |
Gitarre, Gesang (Titel 1),
Backgroundgesang |
| Esther Ladiges |
Gesang (Titel 3, 4 & 9),
Backgroundgesang |
| Maaike Breijman |
Gesang (Titel 8 & 11),
Backgroundgesang |
| Jankees Braam |
Bass, Basspedale, Keyboards, Gitarre,
Backgroundgesang | |
| Emile Boellaard |
Schlagzeug, Percussion |
| Peter Boer |
Chapman Stick, Double Bass |
| Linde Faber |
Cello |
| Gerben Klazinga |
Hammond (Titel 4) |
| Martijn Bos |
Grand Piano,
Spinett | |
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
The Crimson Puppeteer |
8:32 |
| 2. |
Legend |
2:46 |
| 3. |
Dawn |
5:07 |
| 4. |
The Raven and the Stone |
7:33 |
| 5. |
Redemption |
0:45 |
| 6. |
The Abyss |
10:42 |
| 7. |
Non Nobis |
8:24 |
| 8. |
Sea of Cortez |
10:07 |
| 9. |
Prelude |
2:04 |
| 10. |
Catherine |
6:25 |
| 11. |
Talisman Revisited |
5:40 |
| Gesamtlaufzeit |
68:05 | |
|
Rezensionen

Das zweite Album des holländischen Bandprojektes Ixion ist eines
der typischen Konzeptalben im weiten Feld des metallisch
orientierten Neoprogs und präsentiert sich im pompös vorgetragenen
melodischen Breitwandsound. Im Mittelpunkt des Konzeptalbums steht
ein Talisman, der in den letzten beiden Jahrtausenden eine blutige
Spur hinterlassen hat. Jeder Song behandelt die verschiedenen
Charaktere, die im Lauf der Jahrhunderte unter dem fatalen Einfluss
des vermeintlichen Glücksbringers standen, der in Wahrheit für die
dunkle Seite der Macht steht und das Böse in der Seele seiner
Besitzer fördert. Schon zu Beginn ist klar, das Ixion mit ihrer
bewusst pathetisch aufgezogenen Sympho-Rock-Oper auf die ganze
Breitseite des voluminös-majestätischen Bombastklangs setzen und
keine falsche Bescheidenheit oder Zurückhaltung an den Tag
legen.
Bedeutungsschwanger beginnt die Story im Todesjahr von Jesus
Christus, als Judas ihn durch Verrat den römischen Feinden
ausliefert. Danach gerät niemand geringeres als König Artus (Arthur)
unter dem negativen Einfluss des Talismans und nur das magische
Schwert Excalibur und der Heilige Gral können ihn vor größeren
Schäden bewahren. Weiter geht es über die in Ungnade gefallenen
Templerritter zur russischen Zarin Katharina der Großen. Am Ende
sind wir in der Gegenwart angekommen, in der ein junges Mädchen den
Talisman in einem Geschäft entdeckt, woraufhin der Talisman sie
sofort zu manipulieren beginnt und sich ihre Unerfahrenheit zu
Nutzen macht.
Wie oben zu lesen wurde im Fall der aufgeblasenen Konzeptstory
wirklich kaum ein Fantasyklischee vernachlässigt. Genauso
überfrachtet präsentieren sich die Kompositionen von „Talisman“, die
im opulenten Melodic Progrock auf bewährte Strickmuster setzten, die
voll und ganz in der Tradition von multimedial angelegten Rockepen
der letzten 20 Jahre angesiedelt sind. Als Urvater dieses Stils kann
unter anderem wohl die Allstar-Formation Phenomena
genannt werden. Arjen Lucassen hat diesen Stil wohl mit seinem
Projekt Ayreon
im Genre des Progrocks perfektioniert.
Ixion wechseln zwischen symphonischem Wohlklang, metallischer
Härte und herzerweichender Emotionalität. Majestätische
Synthiefanfaren, schneidende Heavyriffs und mainstreamig-getragene
Gesangseinsätze geben sich ein kraftvolles Stelldichein. Es steht
von vornherein fest, dass Ixion gleich in die Vollen gehen und sich
getreu dem von Pathos triefenden Konzept nicht in falscher
Zurückhaltung üben wollen.
Vieles klingt vertraut und integriert bei allem Pomp auch
melodisch-griffige Hooklines. Kraftvoller männlicher Gesang und
gefühlvolle weibliche Gesangseinsätze in bester Rocklady-Manier der
80er Jahre wechseln sich einander ab und verleihen dem hymnischen
Melodic Prog einen stimmungsvollen Überbau.
Rein produktionstechnisch und spieltechnisch bieten Ixion
wirklich ansprechende Kost und können insbesondere in einer Nummer
wie „The Raven And The Stone“ mit breitwandig-melodischen Harmonien
aufwarten. Im Longtrack „The Abyss“ wird die ganze Melodic-Pracht in
schwelgerischen Klangbildern auf die Spitze getrieben.
Sicherlich liegt hier ein hoffnungslos überfrachtetes
Konzeptalbum vor, das auf bewährte Strickmuster setzt und zwischen
schönem Rockbombast sowie triefendem Überschwang pendelt. Folglich
kann der fiese Progkritiker „mit Recht“ solch ein unbeschreiblich
klischeebehaftetes Werk in Grund und Boden verdammen, was wohl auch
fast schon zum guten Ton gehört.
Trotz all dieser wirklich berechtigten Kritikpunkte können sich
Ixion auf dem weiten Feld des ausufernden Heavy Progrocks behaupten
und müssen angesichts ihrer stilistischen Ausrichtung vom üblichen
Genre der progressiven Rockmusik losgelöst betrachtet werden.
Schwülstig-weinerlicher Pathos gehört hier einfach zum guten Ton.
Ein Album, das man hassen und lieben kann. Wählen wir einfach mal
den goldenen Mittelweg.
| Anspieltipp(s): |
The Abyss |
| Vergleichbar mit: |
Ayreon, Phenomena | |
| Veröffentlicht
am: |
18.7.2006 |
| Letzte Änderung: |
18.7.2006 | |
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